Schon als Kind hab ich dieses Instrument Klavier mit großen Augen angeschaut. Ich fand es schon damals wunderschön. Auch der Klang von Klavierstücken hat mich von jeher fasziniert. Noch heute hör ich am liebsten Instrumentalmusik und am besten finde ich es natürlich, wenn auch ein Klavier dabei ist.

Als Kind hab ich mich nie getraut, Klavierunterricht zu nehmen. Als ich zehn Jahre alt war, hab ich zu Weihnachten ein Keyboard von Casio geschenkt bekommen. Auf dem hab ich dann nach Gehör Melodien aus „Phantom der Oper“ nachgespielt. Oder auch verschiedene Nationalhymnen. Oder auch kleine Teile aus der „Toccata“ von Johann Sebastian Bach. Aber eben einhändig. Ich hab nur die Melodie gespielt. Wie man eine Begleitung dazu herleitet, davon hatte ich keine Ahnung. So richtig spielen konnte ich nie. Wie soll man auch Klavier spielen lernen, wenn man keine Ahnung hat, wie es funktioniert? Es war einfach ein „Nachklimpern der Melodie“ ohne dass ich wusste, was ich da eigentlich tue.

warum-ich-musik-als-kind-nie-verstanden-hab-1

Später in der Schule kam dann irgendwann der Musikunterricht. Und da steht ja doch so einiges auf dem Lehrplan. Natürlich haben wir auch das Notenlesen gelernt. Obwohl… was heißt gelernt? So richtig verstanden hatte ich das nicht. Irgendwie war mir das alles zu theoretisch. Hätte ich vor einem Instrument gesessen, wäre es mir vielleicht leichter gefallen. Aber leider hat man uns einfach nur beigebracht, welchen „Notennamen“ ein bestimmter Punkt über oder auf einer bestimmten Notenlinie hatte.

Dazu sollten wir noch wissen, was viertel, halbe und ganze Noten sind. Ich kann mich aber auch nicht daran erinnern, dass uns das richtig veranschaulicht wurde und wir mal wirklich hörten, wie sich diese Noten überhaupt anhören. Woran ich mich auch noch erinnere, ist der Quintenzirkel. Aber warum da jetzt an welcher Stelle ein Kreuzchen oder ein ♭ stand, und was das konkret auf der Klaviatur bedeutete, davon hatte ich keinen Plan. Wenn überhaupt, dann hab ich für die Tests gelernt, vielleicht auch noch einigermaßen passable Noten gehabt. Aber ein „Musik in der Tiefe verstehen“ wurde mir in der Schule nicht vermittelt.

warum-ich-musik-als-kind-nie-verstanden-hab-2

Da haben mir andere Inhalte schon mehr Spaß gemacht. Ich erinnere mich noch daran, dass wir mal Rhythmen auf der Schulbank geklopft haben und dass unser Klavierlehrer mich gelobt hat, weil ich auch die schweren Rhythmen gut nachklopfen konnte. Da waren meine Hände aktiv. Ich hab selbst etwas getan. Es war praxisorientiert. Vielleicht konnte ich es deshalb so gut.

Und als wir z. B. den Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ auf seine Filmmusik hin analysiert haben. Daran erinnere ich mich heute noch. Jeder Charakter hatte seine eigene Melodie. Und, wenn die Charaktere in einer Szene zusammentrafen, hat man das auch in der Hintergrundmusik gehört. Die Melodien haben sich dann vermischt. Vielleicht hab ich das besser verstanden, weil Emotionen im Spiel waren. Es war nicht nur plumpe Theorie. Die Musik hatte etwas in mir bewegt. Es war nicht nur theoretische Analyse. Ich hab gehört, gesehen, gefühlt und verstanden. Es waren also gleichzeitig meine Ohren, meine Augen, meine Emotionen und mein Gehirn angesprochen worden. Vielleicht sollte man Musik einfach immer über mehrere Sinne wahrnehmen, damit das Gelernte hängenbleibt.

Soviel für heute zu meinen frühen Anfängen innerhalb der Klaviermusik 🙂

Liebe Grüße,

Sarah

Kategorien: Allgemein